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Wir sind eine kleine Gruppe von Leuten, die sich nicht beruflich mit dem Thema "Mittelalter" beschäftigt und wir stillen unseren Wissensdurst in einer Form, die über das Lesen von Büchern oder den Besuch von Museen hinausgeht. Unser Motto ist die "erlebbare Geschichte" oder die sogenannte "Living History" - praktisch Geschichte zum anfassen. Dieser aus der britischen Geschichtsdarstellung stammende Begriff bedeutet generell das Nachempfinden verschiedener Lebensaspekte einer vergangenen Epoche. 

Da die Bezeichnung "Mittelalter" einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren (von der Völkerwanderung bis zur Entdeckung Amerikas) einnimmt, haben wir uns entschlossen nur eine kleine Zeitspanne des Mittelalters wiederzugeben - den Zeitraum von 1270 bis 1320, eigentlich um genau zu sein den Zeitraum um 1300. Also jene Zeit, in der mit Rudolf I. und seinen Söhnen die ersten Habsburger in Österreich Einzug hielten.

Im Laufe der vergangen Jahre zog uns dieses Thema immer mehr in seinen Bann - getrieben von dem Vorsatz ein weitgehend glaubwürdiges Bild mittelalterlicher Lebensverhältnisse zu liefern, versuchen wir alle von uns verwendeten Gegenstände und Kleidungsstücke so wirklichkeitsnahe wie möglich zu erstellen. Zur Bewerkstelligung dieser Aufgabe ziehen wir zeitgenössische Bild- und Textquellen, Museumsexponate und Funde - vorwiegend aus dem österreichischen Raum - heran, arbeiten intensiv mit Archäologen und Historikern der Universität Wien sowie auch privaten Sammlern zusammen und beschäftigen uns mit der Realienkunde – sprich der Rolle der Sachgüter im menschlichen Alltag und deren Gebrauch. Unsere replizierten und rekonstruierten Gegenstände sollen auch höheren Ansprüchen genügen und so die Qualität und Seriosität unseres Vereins unterstreichen, um uns deutlich von ähnlichen - Theater und karnevalistischen - Vereinen zu unterscheiden. So liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Rekonstruktion von Alltagsgegenständen, Waffen und Rüstungen, welche dann als Ergebnis meist umfangreicher Recherchearbeiten reproduziert werden. Wichtig ist uns dabei, dass die hergestellten Stücke in Form, Materialbeschaffenheit und Aussehen weitgehend den Originalen entsprechen. So sind beispielsweise die Ringe unserer Kettenpanzer vernietet oder unsere Armbrüste besitzen Hornkompositbögen, welche den damaligen Leistungen entsprachen. Die Keramik ist oxidierend oder reduzierend niedrig gebrannt und die Kleider bestehen durchwegs aus handgewebten Leinen und naturgefärbten Wollstoffen.

Wie bereits erwähnt, geht es uns um eine möglichst originalgetreuen Darstellung des mittelalterlichen Alltags, in den auch Zuschauer und Besucher - vor allem Kinder - aktiv eingebunden werden sollen. Neben der Präsentation alter Handwerkstechniken, Alltags- und Gebrauchsgegenständen, Waffen und Rüstungen, versuchen wir Auskunft über die damaligen Lebensverhältnisse zu geben, um dem modernen Menschen ein Gefühl zu vermitteln, wie es damals gewesen sein könnte. Unser Motto lautet: Living History - erlebbare Geschichte zum Anfassen.

Über eines müssen wir uns jedoch im klaren sein, unsere Arbeit und Tätigkeit wird immer nur ein Versuch sein. Das vorhandenen Fund- und Quellenmaterial lässt ein umfassendes Gesamtbild kaum zu. Eine komplette Ausrüstung oder Ausstattung einer hochmittelalterlichen Burg hat sich nirgends erhalten, ebenso keine gesamten Gardaroben von Adeligen, Bürgern oder Bauern. So kann es immer nur ein Versuch sein, bestimmte Kleider, Schmuck oder Waffen zu rekonstruieren – wir wissen allerdings nicht, ob es je einen Menschen im Mittelalter gab, der genau diese Kombination aus Kleidung und Trachtbestandteilen getragen hat.

Sollten Sie Fragen an uns haben oder sind Sie an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert, so senden Sie uns bitte eine e-mail oder schreiben Sie an folgende Adresse: 

Burgverein Puchberg
Ing. Andreas Bichler B.A.
Schlagwiesengasse 11a
2734 Puchberg am Schneeberg