Die Herren von Puchberg
Andreas Bichler, 2002

Einleitend muss mit Bedauern gesagt werden, dass die Aufzeichnungen und Unterlagen, welche wir über die ehemaligen Landherren in Puchberg haben, relativ spärlich sind. Eine lückenlose Darstellung dieses Geschlechtes ist ebensowenig möglich, wie die Erstellung eines Stammbaumes. Trotzdem soll im folgenden Beitrag versucht werden einige dieser Persönlichkeiten zu nennen, die vermutlich die Burg Puchberg bewohnten.

Seit etwa 1166 ist das Ministerialengeschlecht der Puchberger nachweisbar. Im "Reichersberger Saalbuch" wird erstmals ein Eberhard von Puchberg genannt. Ob es sich hier jedoch bereits um das in Puchberg am Schneeberg ansässige Geschlecht gehandelt hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, denn neben Puchberg am Schneeberg wurde früher auch Scheiblingkirchen bei Pitten (NÖ) "Puchberg in der Pittenau" genannt. Handelte es sich dabei nun um zwei von einander verschiedene Geschlechter oder um eine spätere Ansiedelung dieses Geschlechtes im Puchberger Tal - es ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ungewiss. Die Puchberger waren jedenfalls bei Puchberg am Schneeberg und in Nieder-Höflein (an der Hohen Wand) begütert und mit dem Geschlecht der Losenheimer, welche die Burg Losenheim am Fuße des Schneebergs bewohnten, verwandt. So dienen als Basis für die Darstellung der Herren von Puchberg vor allem Urkunden, in denen auch eine Beziehung zu den Losenheimern nachzuweisen ist.

Das Wappen der Puchberger - in nebenstehender Abbildung als Siegel dargestellt - ist ein offener, goldener Adlerflug auf blauen Grund, welches neben einer grünen Buche auf goldenem Grund auch heute noch einen Bestandteil des Puchberger Gemeindewappens darstellt.

  • 1230 wird erstmals ein Rüdiger von Puchberg als Urkundenzeuge benannt.
  • ab 1260 scheint mehrmals ein Eberhard von Puchberg in Verbindung mit Rüdiger von Loseheim auf, dessen Vetter er ist.
  • 1261 überlässt Wulfing von Puchberg eine Mühle bei Tribuswinkel dem Stift Heiligenkreuz. Er ist von 1261 bis 1313 als Siegler nachweisbar.

Betrachtet man in den folgenden Urkunden die Namen der Aussteller, Siegler und Zeugen, so kann mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass es sich zumindest bei Eberhard von Puchberg um einen in diesem Tal ansässige Herren handelte. Ob das Geschlecht der Puchberger über das beginnende 14. Jh. hinaus weiter bestand, vermag gegenwärtig nicht gesagt zu werden.

Der vorhandenen Literatur ist eine Fülle von Namen zu entnehmen, bei welchen allerdings nicht gesagt werden kann, ob sich diese auch tatsächlich auf Puchberg am Schneeberg beziehen oder mit einen gleichnamigen Ort in Zusammenhang stehen:

  • 1281 vermacht eine Margaretha, Witwe von Puchberg mit ihrer gleichnamigen Tochter dem Stift Lilienfeld für den Fall ihres Todes und unter gewissen Bedingungen ein Haus in Krems und mehrer Hofstätten und Weingärten. Sie wird in einer zweiten Urkunde von 1306 bereits als tot bezeichnet.
  • 1305 erscheint ein Ulrich von Puchberg als Zeuge in einem Schenkungsbrief aus demselben Jahr. Er war Kanonicus und Vicedomus der Passauer Kirche.
  • 1307 tritt ein Dietrich von Puchberg erstmals auf und erscheint ferner noch in Verhandlungen in den Jahren 1312, 1318 und 1320.

Eine Federzeichnung aus dem "Liber Fundatorum Zwetlensis", der sogenannten Zwettler Bärenhaut, entstanden um 1330, zeigt einen Stammbaum der Puchberger - dieses Puchberg liegt jedoch im Waldviertel und steht mit Puchberg am Schneeberg in keinerlei Zusammenhang. Folgende Personen werden in diesem Stammbaum angeführt: Konrad von Puchberg, Irnfried von Puchberg, Ulrich von Meurperg, Gertrud von Puchberg, Rapoto von Schweiggers, Agnes von Puchberg, Albero von Puchberg, Elisabeth von Puchberg, Wulfing von Puchberg, Kunigunde von Puchberg, Ulrich von Puchberg, Dietrich von Puchberg. Die beiden letzteren dürften jene sein, die 1305 und 1307 erstmals Erwähnung fanden und sind somit nicht mehr dem obigen Geschlecht zuzuordnen.

1230

1230 wird erstmals ein Rudiger de puchperc als Urkundenzeuge angeführt. Weiterer Zeuge ist, neben mehreren anderen Herren, auch ein Colo de sneberc. (STUB II 267/Nr 269)

ab 1260
Eberhard von Puchberg

Eberhard von Puchberch und Rudiger von Losenheim werden 1260 als Zeugen verlesen und als die Herren eines größeren Besitzes angegeben, als die Witwe Helwigs von Reichenawe dem Reinbert von Chranchperch ihren Weinberg im Stuppacher Gebirge verkauft.

Rudgerus de Losenhaim schenkt 1259 dem Stift Heiligenkreuz dritthalb Mansen (1 Mansen = 1 Bauernganzlehen, Bauernhaus mit 30 Joch) und zwei Gärten zu Hovelin (Höflein an der Hohen Wand). Die vom Schenker über die Schenkung selbst ausgestellte Urkunde ist jedoch erst von 1264. Darin bestimmt er unter anderem, dass seine Kinder im Falle seines Ablebens vor deren Mündigkeit keine Einwende gegen die Schenkung erheben dürfen. Eberhardus de Puchperch wird damit beauftragt, ihnen dies zur entspechender Zeit zu erklären und sie von jeglicher Beeinträchtigung derselben abzuhalten.

Eberhardus de Puchperch scheint als Siegler auf, unter den Zeugen die Erwähnung eines Pfarrers - Fridricus sacerdos plebanus de Puhperch (vermutl. Puchberg in der Pittenau) und Heinricus de Grossenperge (etwa nach dem gleichnamigen Größenberg in Puchberg?) (Urkunde FRA II/11, 170/ S160)

Am 3. September 1264 verzichtet Rudgerus de Losenhaim auch über das Vogteirecht, welches er sich über die Höfleiner Güter bis zu diesem Zeitpunkt vorbehalten hatte - weil er, wie er unumwunden sagte, ihm die Heiligenkreuzer in diesem Punkt keine Ruhe ließen. Unter den Zeugen scheint wieder Eberhardus de Puhperch neben Reinpertus de Chranehperch und Heinricus de Hovnvelde (Hainfeld) auf. (Urkunde FRA II/11, 171/ S161)

Eberhard findet sich auch ca 1275 unter jenen, die sich während des Zwischenreiches (Interregnum) landesfürstliches Gut angeeignet hatten. Von einer Kommission, die König Ottokar deshalb angeordnet hat, wird ihm nachgesagt, dass er den Wald zwischen der Sierning bei Ödenhof und Rosenthal (südlich von Grünbach) widerrechtlich besitze.

Wulfing von Puchberg

Im Jahre 1261 überlässt Wulfing de puchperch eine Mühle bei Tribuswinkel (Pol.Bez. Baden, NÖ), deren Eigentümer er war, dem Stift Heiligenkreuz. Mit der Mühle hatte er eine Methildis de stechelnberg belehnt. (Urkunde FRA II/11, 159/ S151)

In einer Urkunde um 1290 wird als Aussteller Wulfingus de Puchperch genannt, dessen Zeuge ein Dominus de Scheuchenstein, Pfarrer von Puchberg, war. (StLA Urk. 1391)

Wulfing dürfte kein kleiner Mann gewesen sein, da er auf seiner Burg eigenes Verwaltungspersonal in Form eines Heinricus castellanus und eines Eberhardus officialis sitzen hatte. (StLA n. 1391, ca. 1290)

Eine tatsächliche Zuordnung zu Puchberg am Schneeberg vermag allerdings nicht gemacht zu werden, zumal es sich hier um das/den Buchberg bei Lilienfeld handeln dürfte.

Literatur

Franz Schweickhardt Ritter von Sickingen, Darstellung des Erzherzogtums unter der Ens, Wien 1832

Richard Müller, Blätter des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich, Wien 1868

A. Langer, Das Sierninggebiet, Wien 1887

F.Haas, Puchberg am Schneeberg, Puchberg a. Schnbg. 1912

Felix Halmer, Burgen und Schlösser im Raume Bucklige Welt , Semering und Rax, Wien 1969

Ludwig Freidinger, Wappen das Adels, der Geistlichen und der Bürger in Pittener Gebiet, im oberen Mürztal und in der Nordoststeiermark im Mittelalter, Graz 1990.

Stift Heiligenkreuz, Urkundenbuch von Heiligenkreuz

Steirisches Landesarchiv, StUB

Internetquellen
Monasterium - das virtuelle Urkundenarchiv Europas

Impressum

Informationspflicht laut §5 E-Commerce Gesetz, §14 Unternehmensgesetzbuch, §63 Gewerbeordnung und Offenlegungspflicht laut §25 Mediengesetz

Burgverein Puchberg
ZVR: 551450767

Organschaftliche Vertreter
Obmann: Ing. Andreas Bichler B.A.
Obmann Stellvertreter: Dipl. Ing. Werner Schiefer

Schlagwiesengasse 11a, 2734 Puchberg
Tel.: 0664 3230000
E-Mail: bichler@tele2.at

Vereinszweck

Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Erhaltung, Nutzbarmachung und Belebung der Burgruine „Puchberg“, um sie wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu soll die Burgruine Puchberg möglichst historisch korrekt renoviert bzw. im Anschluss daran entsprechend erhalten werden. Neben der Erhaltung der Burgruine soll diese in musealer Form belebt werden, um den Menschen das Thema Mittelalter mit all seinen Facetten, wissenschaftlich untermauert und historisch dargestellt, näherzubringen.

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